Die wichtigste schamanische Praxis ist die schamanische Reise. Sie ist jedoch nicht alles. Schamanische Praktiken gibt es auf allen Ebenen, ob in der Anderswelt, im Ritual oder im täglichen Leben. Schamanische Rituale sind meist informell, bzw. folgen einer eigenen Ordnung, die sich am Zweck, der eigenen Intuition und dem in der Anderswelt Erlebten zusammensetzt. Tradierte Rituale existieren für Schamanen zwar in traditionellen Stammesgesellschaften, jedoch würde es den Sinn verfehlen, diese zu imitieren, da sie nur in einem bestimmten Kontext in einer bestimmten Region zu verstehen sind. Schamanisch arbeitende Europäer sind somit vor allem auf die "Basis" des Schamanismus (also die Techniken) und ihre eigene Intuition angewiesen.

Die Mitte ist eine Art temporärer Altar, der für eine schamanische Arbeit errichtet wird, meist auf einem Tuch, das auf den Boden gelegt wird. In diese Mitte legt man Gegenstände, die einen selbst repräsentieren. Man kann die Mitte auch um Dinge ergänzen, die für das stehen, was man erlangen will. Hier kommen wieder Intuition und auch das Wissen um Symbole und Analogien zum Ausdruck. Die Mitte bleibt auch während eines mehrtägigen Rituals bestehen und wird erst nach Beendigung aufgelöst. Der Unterschied zur Mesa ist, dass an der Mitte während eines Rituals nichts verändert werden muss.

Die Mesa. Das Wort Mesa ist Spanisch und bedeutet Tisch.




Mesa ist ein Begriff südamerikanischer Schamanen. Damit bezeichnet sich der Altar. Die Mesa ist ein Abbild der Welt. Sie hat klare geopraphische Angaben (Osten, Westen, Norden, Süden), Unterteilungen in verschiedene Weltenbereiche (z.b. Unter-, Mittel- und Oberwelt ), aber auch Polaritäten (oben/unten, etc.). Das soll ein Handhaben der magischen Kräfte erleichtern. Bei den nordamerikanischen Indianern wurde dies mit Hilfe des Medizinrads ausgedrückt, auch der christliche Altar ist ursprünglich auf diesen Prinzipien aufgebaut.

Das Aktivieren einer Mesa ist ein uraltes religiöses Ritual. Heutzutage findet es in Peru und auch anderen Teilen Südamerikas noch Verwendung. Verbindungen zu schwarz-afrikanischen Naturreligionen bzw. deren afro-amerikanischen Ablegern sind zu sehen.

Dieses Abbild der Welt, das die Mesa ist, wird zumeist in den Bereichen Heilung, Weissagung, Schadens- und Strafzauber verwendet. Auch um Menschen zu binden oder zu beeinflussen. Klarerweise sind das noch nicht alle Möglichkeiten. Steigt man über das magische Weltbild hinaus, so zeigt sich in der Mesa auch ein Abbild einer Situation oder das Psychogramm eines Menschen.

Wie aus dem Text ersichtlich, gibt es eine dauerhafte Mesa, wie auch nur für bestimmte Zwecke aufgebaute. Verwendet wird die, die je nach Situation erforderlich ist.



Schamanische Divinationswerkzeuge sind eher einfach gehalten. In traditionellen Gesellschaften verwenden Schamanen je nach Region unterschiedliche Substanzen: Knochen, Muscheln, Steine, Samen oder auch die Elemente (z.B. Feuerorakel) ... Sie folgen damit dem Prinzip, dass man wirklich alles zum Orakeln hinzuziehen kann. Europäer haben es da schwerer, da es kein einheitliches tradiertes System gibt. Daher hat man eigentlich die freie Wahl. Es sollte jedoch ein System sein, dass der Intuition viel Raum läßt (somit sind z.B. Skatkarten weniger geeignet). Es ist auch vorteilhaft, ein möglichst einfaches System zu wählen, also z.B. den Runen den Vorzug vor den Tarotkarten zu geben, auch wenn das natürlich auch von den unterschiedlichen Vorlieben abhängt. Das Orakelsystem sollte wenn möglich selbstgemacht sein. Sehr geeignet ist auch die Hygromantie, bei der man Divinations mittels Starren auf eine Wasserfläche (Kessel, Schale, Teich, etc.) betreibt. Fortgeschrittene verwenden auch die schamanische Reise zur Divination.

Klanginstrumente wie Rasseln und Trommeln sind wichtige Werkzeuge des schamanisch Arbeitenden, da sie zur Trance verhelfen. Leichte Trancen lassen sich gut durch eigenes Trommeln oder Rasseln erzielen, für eine schamanische Reise ist es besser, jemand darum zu bitten oder eine CD mit entsprechender Untermalung zu verwenden.
Rasseln und Trommeln werden oft als Transportmittel in die Anderswelt bezeichnet.

Räucherungen sind ebenfalls wichtig für die schamanische Arbeit, somit auch die dazugehörigen Utensilien und vor allem das Räucherwerk. Räucherungen haben in der schamanischen Praxis mehrere Funktionen: sie reinigen Orte, Menschen und Gegenstände, sie können Opfergaben sowie Kommunikationsmittel für anwesende Geister sein und sie verhelfen einem, sich auf die kommente Arbeit und/oder Trance einzustimmen.
Für Räucherwerk im Schamanismus gelten etwa dieselben Kriterien wie für magische Räucherungen. Europäische Schamanen und schamanisch Arbeitende verwenden oft Teile in ihrer Region beheimateter Pflanzen, Raubbau an der Natur durch das Räuchern bedrohter Arten sollte tabu sein. Im Allgemeinen verläßt man sich eher auf seine Intuition und seine Erfahrungen als auf Analogien und konkrete Anleitungen.


Eigentlich kann alles ein schamanischer Gegenstand sein, wenn es dazu ermächtigt wird. Mehr dazu im entsprechenden Kapitel.